Von Extraschichten, Sky Spaces und Beton

Von Rolf Strathewerd am 21.06.2010 zum Thema Gegend, Kunst ohne Kommentare »

Statt durchs ganze Ruhrgebiet zu hetzen kauften wir uns nur ein lokales Extraschicht-Ticket und besuchten das Zentrum für internationale Lichtkunst, vor allem den letztes Jahr neu gebauten Sky Space von James Turrell.
Wir waren auch genau richtig eine halbe Stunde vor Sonnenuntergang da und hatten das Glück einen Sitzplatz zu ergattern (angeblich saß ich etwa da, wo auch James Turell letztes Jahr saß :) ) Einziger Haken bei dem Sitzplatz: alles ist aus Beton und dementsprechend kuschlig und warm. Und die Anzahl der Sitzkissen war dem Ansturm nicht gewachsen.

Was man dann in der nächsten Stunde zu sehen bekam waren vordergründig nur ein Stück Himmel, der von weissen Wänden eingerahmt wurde, die mit langsam wechselnden Farben beleuchtet wurden. Das eigentliche Kernstück der ganzen Installation ist das eigene Auge, denn es adaptiert sich an die Farben, so dass der Himmel in der Komplementärfarbe erstrahlt. So leuchtete der eigentlich graue Ruhrgebietshimmel blau, grün oder magenta. Ein Lehrstück über die Objektivität des Auges, aber auch einfach ein geradezu psychedelisches Erlebnis (ganz ohne Drogen und mit kaltem Hintern). Und die Kamera sah etwas komplett anderes als das Auge.

Wer die Gelegenheit und etwas Geduld hat, sollte es sich mal im Rahmen einer normalen Führung ansehen; die Extraschicht mit ihrem Andrang und dem lärmigen Hintergrund sind für diese meditative Installation nicht so gut geeignet.

Nebenbei: das ganze Gebäude ist auch noch eine riesige Camera obscura; für die kamen wir aber etwas zu spät. Und wir wurden für die WAZ fotografiert.

Europäische und asiatische Gärten

Von Rolf Strathewerd am 10.06.2010 zum Thema Reisen bildet ohne Kommentare »

Ich liebe Parks und Gärten; bei diesem Post merkt man es vermutlich an der Zahl der Fotos.

Spannend war der Gegensatz des Gartens der Liebermann Villa und den asiatischen Gärten in den Gärten der Welt.

Max Liebermann ließ sich um 1910 für seine Villa am Wannsee einen für seine Zeit modernen und auch zutiefst europäischen Garten anlegen, der Elemente von Bauerngärten aufnimmt. Dass es diesen Garten heute noch (oder besser wieder) gibt, ist nach Enteignung durch die Nazis und pragmatischer Nutzung der Villa in der DDR einem privaten Verein zu verdanken.

Die Gärten der Welt liegen in mehrerlei Hinsicht genau auf der anderen Seite Berlins, mitten in Marzahn. Die einzelnen Gärten wurden mit Unterstützung aus Seoul, Tokio und Bejing gebaut und bieten quasi im Miniaturformat Beispiele für die Gartenarchitektur der einzelnen Länder. Dabei wurden im Prinzip die gleichen Pflanzen verwendet, wie auch bei Max Liebermanns Garten, dennoch ist die Wirkung eine ganz andere.

Jedenfalls auf den ersten Blick. Denn es gibt etwas, das alle Gärten unabhängig von Raumwirkung und Konzeption miteinander verbindet: sie sind für die Muße (altmodisches Wort, schöne Sache) gedacht.

Letztes Schachtzeichen

Von Rolf Strathewerd am 27.05.2010 zum Thema Reisen bildet ohne Kommentare »

Aus der Kulturhauptstadt in die Hauptstadt … noch ein letztes Schachtzeichen als Abschied und ein S-Bahnhof in Schöneberg, der geradezu ländlich aussieht (könnte auch Unna sein :) )

Wenig Schachtzeichen

Von Rolf Strathewerd am 24.05.2010 zum Thema Gegend, Kunst ohne Kommentare »

Es war ein bisschen wie in einem Suchbild: wo ist der gelbe Ballon aka ein Schachtzeichen? Gestern hielten wir von Opherdicke aus Ausschau und entdeckten einige in Richtung Dortmund und Unna. Das war schon recht schön.

Und heute morgen dann wollten wir uns das komplette Erlebnis gönnen und ware kurz vor 10 auf der Halde Hoheward und warteten darauf, dass die Ballone aufgelassen wurden.

Leider geschah aufgrund einer Sturmwarnung (sinnvollerweise) das Gegenteil: sie wurden eingezogen.

Na ja, aber am Wegesrand gab es ein paar Rapsfelder und die sind auch schön gelb.

Get Well Soon

Von Rolf Strathewerd am 09.05.2010 zum Thema Musik ohne Kommentare »

Gestern abend das letzte Konzert unseres Popabos: Get Well Soon. Ich nenne die Musik mal Pop-Kultur-Grunge mit einer Prise Nick Cave. Nicht fröhlich, aber so gut, dass es Standing Ovations gab.

Der Vergleich mit Kettcar drängte sich mir auf: Musik aus Deutschland, verstärkt mit klassischen Musikern und das Ganze im Konzerthaus: Kettcar wirkte entspannter, Konstantin Gropper perfektionistischer.

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