Zitate

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Schenken

Von Rolf Strathewerd | 22.11.2006

Eigentlich lese ich so gut wie nie Gedichte, aber dieses von Joachim Ringelnatz hat es mir angetan. Und da ja bald Weihnachten ist und die Konsumwelle wieder bedrohliche Höhen erreichen wird …

Schenken

Schenke groß oder klein,
aber immer gediegen.
Wenn die bedachten
die Gaben wiegen,
sei Dein Gewissen rein.
Schenke herzlich
und frei.
Schenke dabei,
was in Dir wohnt
an Meinung, Geschmack
und Humor,
so dass die eigene
Freude zuvor
Dich reichlich belohnt.
Schenke mit Geist
ohne List.
Sei eingedenk,
dass Dein Geschenk
Du selber bist.

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Interessante Dinge

Von Rolf Strathewerd | 26.08.2006

Es gibt eine Menge interessanter Dinge in der Welt: spanische Poesie, Chemie, Politik, Musik, das ist alles sehr interessant, und man kann es keinem übel nehmen, der sich dafür interessiert; um aber als ein Individuum in einer bestimmten Lage etwas zustande zu bringen, mus man sich an etwas Bestimmtes halten und seine Kraft nicht nach vielen Seiten zersplittern.

Georg Friedrich Hegel; Enzyklopädie der philosophischen Wissenschaften

Man muß diesen Worten Hegels nicht glauben; sie lassen sich sogar beweisen: Da das menschliche Leben begrenzt ist, ist damit auch die Menge interessanter Dinge begrenzt, mit denen man sich befassen kann. Eine Ausfahl findet also zwangsläufig statt. So bleibt nur die Wahl, ob man an der Oberfläche der Dinge bleiben möchte, oder tiefer in sie eintauchen will. Und da spanische Poesie, Chemie, Politik und Musik mehr als nur fünf Minuten Zeit brauchen um auch nur ein oberflächliches Verständnis zu entwickeln, müssen Entscheidungen getroffen werden.
Entscheidungen darüber, wie tief man sich in ein Thema zu Ungunsten aller anderen Versenken will. Zudem sind es Entscheidungen unter Risiko, denn ich kann nicht wissen, was mir in dem entgeht, womit ich mich nicht beschäftige.
Ich gehe also das Risiko ein, nicht das Optimum für mich zu erreichen. Aber entscheide ich mich gar nicht, so erreiche ich grantiert ein Minimum.
Also muß ich mich entscheiden. Dabei hilft die Volksweisheit, dass die Trauben in Nachbars Garten immer süßer sind, als die im eigenen Garten. Oder umgekehrt: Auch wenn mir vieles andere im Moment verführererischer als das, womit ich mich gerade beschäftige, erscheint, so ist meist nur meine Bewertung schief.
Aber einfach ist es trotzdem nicht.

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Urlaubslektüre

Von Rolf Strathewerd | 22.07.2006

Ich lieh mir heute die Kleine philosophische Lebenskunst von Astrid Nettling aus. Ich weiß noch nicht, wie das Buch ist, aber es beginnt mit einen wunderbaren Zitat von Montaigne:

Es ist höchste fast göttergleiche Vollendung, wenn man das eigene Sein auf rechte Weise zu genießen weiß. Wir suchen andere Lebensformen, weil wir die unsre nicht zu nutzen verstehen; wir wollen über uns hinaus, weil wir nicht erkennen, was in uns ist. Doch wir mögen auf noch so hohen Stelzen steigen – auch auf ihnen müssen wir mit unseren Beinen gehen; und selbst auf dem höschsten Thron der Welt sitzen wir nur auf unserem Arsch.

Ich denke, daß ich eine interessante Urlaubslektüre gefunden habe.

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Glücksdefinitionen

Von Rolf Strathewerd | 28.11.2005

Der gebildete Römer Marcus Terentius Varro rechnete aus, daß zu seiner Zeit 288 verschiedene Lehrmeinungen über das Glück existierten.

Ludwig Marcuse Philosophie des Glücks

Schaue ich mir die Inflation der Glücksratgeber in den letzten Jahren an, so sind seit der Jahrtausendwende noch mindestens ein paar Dutzend Lehrmeinungen und Lehren dazu gekommen. Etwas Skepsis vor allzu einfachen Ratschlägen ist also angebracht. Um das Nachdenken bei der Suche nach dem Glück wird wohl niemand vorbeikommen.

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Gesunder Menschenverstand

Von Rolf Strathewerd | 07.11.2005

Nichts ist so gerecht verteilt wie gesunder Menschenverstand. Keiner glaubt, mehr davon zu brauchen als er hat.

René Descartes

Das sollte man sich jedesmal in Erinnerung rufen, wenn jemand etwas mit “der gesunde Menschenverstand sagt, daß…” begründet.
Nebenbei: weiß jemand aus welchem Werk dieses Zitat stammt?

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