Philosophie

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Erweiterter kategorischer Imperativ

Von Rolf Strathewerd | 29.01.2006

Handle so, dass die Maxime deines Willens jederzeit zugleich als Prinzip einer allgemeinen Gesetzgebung gelten könnte.

Das ist der kategorische Imperativ, wie ihn Kant formuliert hat (der im Gegensatz zum hypothetischen Imperativ immer und überall gelten soll).
Kants Gedanke war zwar durchaus nicht neu und ist auch zu Recht kritisiert worden, hat aber – wie ich finde – einen vernünftigen und menschenfreundlichen Kern.
Der erweiterte kategorische Imperativ – meine persönliche philosophische Replik auf die Stinkstiefel dieser Welt – geht schlicht davon aus, dass sich bereits alle Menschen nach dieser Maxime richten. Wer mir gegenüber also unfair ist, will entsprechend des erweiterten Imperativs auch unfair behandelt werden. Und wer mir gegenüber nett ist, der will auch freundlich behandelt werden.
Ich gebe zu, dass diese Erweiterung in gewisser Weise gemein ist, denn sie propagiert nicht nur ein biblisches Auge im Auge, Zahn um Zahn, sondern unterstellt darüber hinaus auch noch, dass mein Gegenüber es von vorneherein so wollte.
Ich gebe zu dass das eine ebensowenig tragfähige Ethik wie die alttestamentarische darstellt, aber ab und zu will ich mir das Vergnügen gönnen, auch Stinkstiefel als vernünftige Individuen zu behandeln.

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Freiheit zu

Von Rolf Strathewerd | 08.01.2006

Bei Wilhelm Schmid traf ich auf einen eigentlich ganz einfachen Gedanken: die Unterscheidung zwischen “Freiheit von” und “Freiheit zu”. Üblicherweise wird der Begriff Freiheit als “Freiheit von” verstanden. Freiheit von Zwängen, Einmischung, Vorschriften etc. Die Freiheit allein so aufzufassen läuft aber ins Leere, denn nachdem ich mich von allem befreit habe, ist da nichts mehr. Eine so ausgelegte Freiheit ist ein negativer Begriff.
Es ist daher notwendig ihn zu ergänzen um die “Freiheit zu”. Also die Chance dieses oder jenes zu tun. Erst mit dem Aufgreifen dieses Aspekts kann Freiheit gelingen.

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Glück und Erfolg

Von Rolf Strathewerd | 27.12.2005

Auf Telepolis wird im Artikel Erfolg hat, wer glücklich ist auf eine interessante Studie hingewiesen: The Benefits of Frequent Positive Affect: Does Happiness Lead to Success?. Kurz gesagt wird in ihr festgestellt, dass nicht Erfolg zu Glück führt, sondern das glückliche Menschen eher Erfolg haben. Es macht also Sinn von vorneherein an der eigenen Glücksfähigkeit zu arbeiten. Oder andersherum gesagt: sich allein wegen der Belohnung “Glück” durch Tätigkeiten hundurchzuquälen, ist mit dieser Studie noch fragwürdiger geworden.

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Eine epikureeische Gratwanderung

Von Rolf Strathewerd | 11.12.2005

Epikurs Haltung zu all dem, was über die Erfüllung unserer Grundbedürfnisse hinausgeht, ist klar: Es trägt nicht zu unserem Glück bei; das Glücksmaximum ist bereits erreicht. Er käme aber auch nie auf die Idee uns zu verbieten beispielsweise sehr gut zu essen. Aber er rät zur Vorsicht: wenn wir uns an das gute Essen gewöhnen, so fehlt uns etwas, wenn wir es nicht mehr bekommen. Unlust ist die Folge.
Die Haltung zu allem, was über die Deckung der Grundbedürfnisse hinausgeht, sollte also immer mit Distanz verbunden sein, um es richtig geniessen zu können und um den Genuss nicht mit Ängsten zu vergällen.
So weit zur antiken Theorie. Nehmen wir an, dass ich etwas richtig gerne tue. Beispielsweise Philosophieren. Oder malen. Es sind keine Grundbedürfnisse, ich müßte also eine distanzierte Haltung annehmen. Aber wie soll diese ausgestaltet werden, ohne dass auf der einen Seite Abghängigkeit entsteht, aber auf der anderen Seite die Freude und Begeisterung erhalten bleiben?
Schwierig. Stoff zum Nachdenken.

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Überlebenskunst

Von Rolf Strathewerd | 07.12.2005

Lebenskunst bewährt sich spätestens dann, wenn aus Lebenskunst Überlebenskunst wird. Dazu braucht es nicht unbedingt Katastrophen, es beginnt bereits dabei nicht im alltäglichen Brei unterzugehen, sondern dem Leben Struktur zu geben und Sinn abzutrotzen (der Mythos vom Sisyphos läßt grüßen).

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