Lebenskunst

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Eine epikureeische Gratwanderung

Von Rolf Strathewerd | 11.12.2005

Epikurs Haltung zu all dem, was über die Erfüllung unserer Grundbedürfnisse hinausgeht, ist klar: Es trägt nicht zu unserem Glück bei; das Glücksmaximum ist bereits erreicht. Er käme aber auch nie auf die Idee uns zu verbieten beispielsweise sehr gut zu essen. Aber er rät zur Vorsicht: wenn wir uns an das gute Essen gewöhnen, so fehlt uns etwas, wenn wir es nicht mehr bekommen. Unlust ist die Folge.
Die Haltung zu allem, was über die Deckung der Grundbedürfnisse hinausgeht, sollte also immer mit Distanz verbunden sein, um es richtig geniessen zu können und um den Genuss nicht mit Ängsten zu vergällen.
So weit zur antiken Theorie. Nehmen wir an, dass ich etwas richtig gerne tue. Beispielsweise Philosophieren. Oder malen. Es sind keine Grundbedürfnisse, ich müßte also eine distanzierte Haltung annehmen. Aber wie soll diese ausgestaltet werden, ohne dass auf der einen Seite Abghängigkeit entsteht, aber auf der anderen Seite die Freude und Begeisterung erhalten bleiben?
Schwierig. Stoff zum Nachdenken.

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Überlebenskunst

Von Rolf Strathewerd | 07.12.2005

Lebenskunst bewährt sich spätestens dann, wenn aus Lebenskunst Überlebenskunst wird. Dazu braucht es nicht unbedingt Katastrophen, es beginnt bereits dabei nicht im alltäglichen Brei unterzugehen, sondern dem Leben Struktur zu geben und Sinn abzutrotzen (der Mythos vom Sisyphos läßt grüßen).

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Glücksdefinitionen

Von Rolf Strathewerd | 28.11.2005

Der gebildete Römer Marcus Terentius Varro rechnete aus, daß zu seiner Zeit 288 verschiedene Lehrmeinungen über das Glück existierten.

Ludwig Marcuse Philosophie des Glücks

Schaue ich mir die Inflation der Glücksratgeber in den letzten Jahren an, so sind seit der Jahrtausendwende noch mindestens ein paar Dutzend Lehrmeinungen und Lehren dazu gekommen. Etwas Skepsis vor allzu einfachen Ratschlägen ist also angebracht. Um das Nachdenken bei der Suche nach dem Glück wird wohl niemand vorbeikommen.

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Excerpte

Von Rolf Strathewerd | 18.11.2005

Zu Marc Aurels Zeiten – also lange vor Erfindung von Fotokopierern und Zwischenablagen – war es eine übliche Technik sich aus (zu der damaligen Zeit extrem teuren) Büchern Teile abzuschreiben. Dass dabei nur die Teile kopiert wurden, die dem Schreiber wertvoll erschienen, versteht sich bei diesem doch etwas mühsamen Verfahren von selbst. Auf diese Weise konnte ein gebildeter Römer sich ein Sammlung von Textstellen schaffen, die sich in ihrer Verdichtung perfekt als Ausgangspunkt für eigene Gedanken eignete.
Diese Funktion als Katalysator macht eine Textsammlung auch heute noch zu einem interessanten Instrument der Lebenskunst.
Dabei ist es natürlich nicht mehr notwendig das Verfahren handschriftlich durchzuführen, denn die Technik macht das Kopieren zu einer mühelosen Tätigkeit. Zu mühelos. Denn allzu leicht kann so Qualität durch Quantität ersetzt werden.
Andererseits bleibt mit Hilfe moderner Technik – vorausgesetzt man beschränkt sich auf wichtige Excerpte – mehr Zeit zum Nachdenken. Und darum geht es ja eigentlich.

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Philosophie als Psychotherapie

Von Rolf Strathewerd | 14.11.2005

Die Uni Rostock hat im Netz einen Reader für “Philosophie als Psychotherapie”. Es sind dort einige wesentliche Textausschnitte zusammengestellt. Das dazugehörige Seminar fand zwar schon 1998/1999 statt, aber ich hoffe, daß die Texte noch einige Zeit im Internet überdauern.

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