Lebenskunst

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Kaizen

Von Rolf Strathewerd | 01.08.2006

Eigentlich ist Kaizen ein Begriff aus dem Qualitätsmanagement und bezieht sich auf wirtschaftliche Zusammenhänge. Aber die zugrundeliegende Idee läßt sich auch ohne weiteres für die Selbstsorge verwenden. Kaizen meint Wandel zum Besseren. Keinen sprunghaften Wandel, sondern eine kontinuierliche Verbesserung ist das Ziel. Kein Ziel im Sinne einer festgelegten Ergebnis, sondern eine Orientierung auf den Prozess.
Für meinen eigenen Lebensvollzug bedeutet das, dass ich meine Handlungen und ihre Konsequenzen immer wieder aufs Neue überdenke. Ansatzpunkte gibt es genug: Wie verhalte ich mich anderen Menschen gegenüber? Habe ich effektiv ihnen und mir weitergeholfen? Oder standen mir alte Gewohnheiten im Wege? Wie kann ich aus meinen Fehlern und Unzulänglichkeiten lernen? Oder aus denen anderer?
Und schon bin ich im modernen Gewand bei den klassischen Empfehlungen der Selbstsorge gelandet.

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Urlaubslektüre

Von Rolf Strathewerd | 22.07.2006

Ich lieh mir heute die Kleine philosophische Lebenskunst von Astrid Nettling aus. Ich weiß noch nicht, wie das Buch ist, aber es beginnt mit einen wunderbaren Zitat von Montaigne:

Es ist höchste fast göttergleiche Vollendung, wenn man das eigene Sein auf rechte Weise zu genießen weiß. Wir suchen andere Lebensformen, weil wir die unsre nicht zu nutzen verstehen; wir wollen über uns hinaus, weil wir nicht erkennen, was in uns ist. Doch wir mögen auf noch so hohen Stelzen steigen – auch auf ihnen müssen wir mit unseren Beinen gehen; und selbst auf dem höschsten Thron der Welt sitzen wir nur auf unserem Arsch.

Ich denke, daß ich eine interessante Urlaubslektüre gefunden habe.

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The happy planet

Von Rolf Strathewerd | 12.07.2006

Über einen Artikel bei der BBC fand ich eben den The Happy Planet Index: An index of human well-being and environmental impact. Die New Economics Foundation hat versucht abseits des beliebte Bruttosozialproduktes ein anderen Index zu finden, der den Reichtum eines Landes beschreibt. Sie lehnt sich dabei an den aristotelischen Gedanken eines gelungenen Lebens an und versucht über Faktoren wie Lebenserwartung, Konsum und Zufriedenheit ein Ranking aufzubauen. Deutschland landet dabei auf Platz 81. Platz 1 hält die südpazifische Insel Vanuatu, die klassisch mit einem pro Kopf BSP von gerade einmal 2900$ abgeschlagen weit hinten in den Listen landen würde.
Es braucht wohl offensichtlich doch nicht nur Geld um ein gelungenes Leben zu führen.

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Ideen und Gewohnheiten

Von Rolf Strathewerd | 29.06.2006

Im Ideentower fand ich drei simple Regeln um die eigene Kreativität lebendig zu erhalten. Sie sind weder neu, noch kompliziert, und lassen sich letztlich auf zwei Schwerpunkte eindampfen:

  1. Stelle ständig deine Gewohnheiten und Annahmen in Frage, sowohl theoretisch, wie auch praktisch. Und sei es auch nur, daß du einen neuen Weg zur Arbeit nimmst. Das hält di Sicht auf die Welt geschmeidig.
  2. Notiere dir deine Ideen. Immer. Sofort. Sonst verschwinden sie spurlos.

In Phasen gänzlicher Unkreativität fällt mir typischerweise nicht einmal ein, wie ich aus meinen Gewohnheiten herauskomme. Daher sollte man sich auch Gewohnheitsverletzende Maßnahmen notieren. Sind ja auch Ideen.
Wie gesagt, es ist trivial. Aber gerade dadurch läßt es sich gut in den Alltag integrieren.

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Nach oben schauen

Von Rolf Strathewerd | 05.06.2006

Von einem Besuch im Palast der Projekte brachte ich folgendes Experiment mit: nach oben schauen. Das Übungsgerät in der Ausstellung als Anregung nutzend habe ich es heute morgen einmal beim Brötchenholen in abgewandelter Form ausprobiert: den Blick immer oberhalb der Horizontlinie halten. Es ist ungewohnt. Statistisch – wird in der Ausstellung behauptet – laufen wir meist mit gesenktem Blick durch die Gegend. Der Erfinder des Übungsgerätes ging davon aus, das der Blick nach oben zu einer positiveren Lebenseinstellung führt.

Mir jedenfalls kam es nach kurzer Zeit so vor, als ob mein Blick seine eigene Schwere hätte, die ihn in Richtung Erde ziehen würde. Natürlich bildete ich mir das ein, ab die Gewohnheit doch die meiste Zeit nach unten zu blicken, zeigte Wirkung. Aber interessanter noch war der Effekt auf meine Gedankenwelt. Ich war wesentlich mehr mit Schauen beschäftigt. Während der Blick nach unten mangels Ablenkung (Pflastersteine sind nicht wrklich interessant) Raum zum Nachdenken, schlimmstenfalls zum Grübeln, läßt, fordert beim Blick nach oben die Welt meine Aufmerksamkeit. Ob das dann tatsächlich zu einer positiveren Einstellung führt, weiß ich noch nicht. Aber wenigstens nahm ich mehr von der Welt wahr.

Noch ein Wort zum Palast der Projekte. Für meinen Geschmack war er zu textlastig und zu wenig visuell. Wenn man nicht gerade in der Gegend ist, reicht der Besuch der Website völlig aus. Sie ist sehr ausführlich.

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