Wein vom Phoenixsee

2012 entschloss sich die Emschergenossenschaft am Rand des Phoenixsee auf 150 qm Wein anzubauen. Die Lage ist nicht schlecht: ein Steilhang in Südlage mit einem See zu Füßen, der allzu eisige Temperaturen verhindert.

Der Weinanbau hat in Dortmund Hörde überraschenderweise Tradition. Bereits 1342 schenkte Hördes Stadtgründer Graf Konrad von der Mark der Antoniusbruderschaft einen Weinberg mit der Auflage dort auch Wein herzustellen. Das hörte dann irgendwann auf, aber seit zwei Jahren wird der Weinanbau im Rahmen dieses Experimentes – mit der Rebsorte Phoenix – wieder versucht.

Ich wäre wirklich neugierig, wie der Wein schmeckt. Die Trauben jedenfalls sehen gut aus.

Klappernde Störche im Elsass

Nach einem leider total verregneten Besuch in der Schweiz hatten wir auf der Rückreise durch den Elsass mehr Glück mit dem Wetter.
Als Schüler war ich schon einmal durch eine Klassen fahrt in der Gegend. Aber ich musste feststellen, dass ich damals noch keinen rechten Sinn für die Schönheit der Landschaft und der Städte hat. Umso interessanter und schöner war jetzt diese Wiederentdeckung.

Erste Station war Molsheim, die Stadt in der früher und auch heute wieder Autos der Edelmarke Bugatti gebaut werden. Für den Luxus in etwas mehr als 15 Sekunden auf Tempo 300 beschleunigt zu werden,darf man dann aber auch siebenstellige Summen anlegen.
Franzosen – jedenfalls in Molsheim – haben übrigens genau wie die Deutschen eine Schwäche für ausgiebige Autocorsos, wenn sie ein Spiel der Fußball-WM gewinnen.

Als Tagesausflug ging es dann per Zug nach Straßburg, wo wir vor allem die gut erhaltene historische Altstadt Grande Île erkundeten. Es gibt jede Menge Fachwerk und Unmengen von Gauben in den Dächern in den engen, weitestgehend autofreien Gassen der Altstadt zu sehen. Aber ein einzelner Tag reicht gerade aus, um sich einmal alles von außen anzusehen. Die Innenerkundungen müssen auf das nächste Mal warten.

Auf der Heimfahrt machten wir dann noch einmal einen Stopp in Haguenau. Dort klapperten dann auch die Störche. Ich weiß nicht, wann ich das letzte mal Störche gesehen hatte, aber auf dieser kleinen Reise war es nach dem Zoo in Zürich schon das zweite Mal. Und noch bevor wir sie sahen, hörten wir ihr Geklapper.

Kuckucksuhrenorchester

Wir haben nach gut elf Jahren mal wieder Lüdinghausen besucht. Wenn man dort ist, muss man natürlich auch die paar Schritte zur Burg Vischering machen. Diesmal begrüßte uns dort im Burghof ein vielstimmiges Konzert: das Kuckucksuhrenorchester.

Fünf Kuckucksuhren hängen dort und geben allerlei Musikstücke zum Besten. Jeder Kuckuck kann zwei Töne und kommt zu seinem Einsatz aus seinem Türchen geschossen. Je komplexer das Musikstück – es wird hauptsächlich Klassik gegeben – umso aufgeregter geht es zu Sache. Dazwischen ein kurze schweigende Ruhe, die von diversen Geräuschen unterbrochen wird.

Eine Hinweistafel informiert, dass der Komponist, Klangkünstler und Objektebauer Erwin Stache dieses seltsame Orchester erdacht und gebaut hat. Und dass bei diesem Stück Kunst auch mal gelacht werden darf.

Noch bis zum 3.8. kann man sich dieses Ensemble ansehen und anhören. Letzteres auch noch ein gutes Stück von der Burg entfernt. Denn noch am Ufer der Steve hört man das Kuckucksorchester, obwohl die Burg schon längst hinter Bäumen verschwunden ist.

Villa Mondriaan

1880 wurde der Vater von Piet Mondriaan Direktor der Schule von Winterswijk. So lebte der kleine Piet ab seinem achten Lebensjahr für zwölf Jahre dort in dem Haus direkt neben der Schule und machte seine ersten Gehversuche als Künstler. Sein Vater war nicht nur Direktor der Schule, sondern auch Zeichenlehrer und förderte schon früh das Talent seines Sohnes. Sein Onkel Frits Mondriaan unterrichtete ihn darüber hinaus in Malerei.

Die Wohnhaus der Mondriaans war 100 Jahre später in einem so desolaten Zustand, dass der Stadtrat es abreißen lassen wollte. Um das zu verhindern erwarben Jan und Elisabeth Nijhuis das Gebäude 1984 und restaurierten und betrieben dort eine Galerie.

2013 dann wurde es zu dem Museum Villa Mondriaan, in dem vor allem die frühen Werke von Piet Mondrian (er strich später ein “a” aus seinem Namen um internationaler zu wirken) zu sehen sind. Das sind nicht die klaren geometrischen Strukturen, sondern ganz klassische Zeichnung und Malerei.

Unterstützt wird das Museum von dem Gemeente Museum in Den Haag, das aus seiner umfangreichen Sammlung Exponate zur Verfügung stellt. Dazu kommen noch ein paar Werke junger Künstler, die einen Bezug zu Mondrian herstellen. Ein Besuch lohnt sich also, denn die ausgestellten Bilder werden eher selten gezeigt, der kostenlose Audioguide ist sehr gut und im Eintrittspreis inbegriffen ist eine Tasse Kaffee im Museumscafe.

Das Museum ist nicht groß, hat aber eine schöne Architektur, die die alten Gebäude gelungen mit einem Neubau verbindet. Letzterer war notwendig geworden, da die Originale von Mondrian nur an passend beleuchteten und klimatisierten Orten ausgestellt werden können. Und da die Ausstellungen regelmäßig wechseln, haben wir einen guten Grund noch einmal wiederzukommen.

Der Apfelbaum im Garten spielte übrigens eine besondere Rolle im Werk von Piet Mondrian: frühe realistische Zeichnungen kann man im Museum sehen, später dann vereinfachte er die Linien der Äste immer weiter erst zu Bögen und schließlich zu Geraden. Dieser Apfelbaum (auch wenn es heute nicht mehr der originale Baum ist) durchzieht Piet Mondrians Werk wie ein roter Faden.

Berlin

Nach Berlin zu reisen ist für mich immer ein klitzekleines bisschen so wie nach Hause zu kommen. Denn dank der Verwandtschaft aus Berlin war ich das erste Mal schon als Säugling da. Es macht immer wieder Spaß, denn in Berlin ist dauernd etwas los und die Stadt verändert sich ständig. Als nur gelegentlicher Besucher fallen diese Veränderungen vielleicht noch mehr ins Auge, als jemandem, der ständig in der Stadt lebt.

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Besonders bemerkenswert waren für mich diesmal die vielen Menschen, die auch abseits der touristischen Hotspots englisch und zum Teil auch französisch sprechen. Berlin scheint auch als Stadt zum Leben international immer beliebter zu werden. Gegenden wie Kreuzberg laden ja auch mit ihrem dichten Netz an Kneipen, Cafes und Restaurants zum entspannten Verweilen ein.

Das andere, was auffiel, waren die Scharen von Menschen, die mit einer Flasche Bier in der Hand durch die Straßen laufen und auch gelegentlich (trotz Verbot) in der U/S-Bahn sitzen. Aber es herrschten auch sommerliche Temperaturen und da hat man ja Durst.

Und ich hatte einen richtig schönen Geburtstag, an dem mir Daniela morgens die CD von Luca Vasta geschenkt hat und abends haben wir sie dann Live im Comet Club gesehen. War toll (ich habe jetzt einen handschriftlichen Geburtstagsglückwunsch von ihr :-) ). Genau wie die Vorgruppe Lovers Electric.