Fietsen

Wir waren eine Woche in Nord-Holland und da zu unserem gemieteten Häuschen auch zwei Fahrräder gehörten, haben wir etwas gemacht, was sich dort einfach aufdrängt: fietsen. Und das ist echt leuk. Wir fietsen jetzt auch mehr zu Hause :)

Da dies ja ein Beitrag in der Kategorie “Reisen bildet” ist, hier noch ein paar Dinge, die wir dazugelernt haben:

  1. “De Ronde O” hieß nicht nur nur unser Ferienhaus, sondern auch eine Schneise im benachbarten Wald zum Landgut Nijenburg (eigentlich heißt sie de Rondeau, was wiederum ein Musikstück ist) Immer am 21. Juni – also zur Sommersonnenwende – scheint die Sonne durch diese Schneise auf das Hauptgebäude des Landguts. Sieht sicher nett aus, aber dazu waren wir zu spät im Jahr da
  2. Aber genau richtig waren wir zu dem Bootscorso in Alkmaar da, der mit Einbruch der Dunkelheit beginnt und bei dem nicht nur die Boote, sonder auch die Grachten schön beleuchtet sind. Es scheint dabei so ziemlich jedes Boot der Stadt unterwegs zu sein. Und die Anwohner haben augenscheinlich eine Menge Spaß
  3. Der niederländische Ersatz für Steigungen beim Fahrrad fahren ist Gegenwind. In den Dünen gibt es aber auch ein paar echte Steigungen.

Bielefeld

Bielefeld existiert tatsächlich nicht.

Wir waren da und haben Beweisfotos mitgebracht.

Wein vom Phoenixsee

2012 entschloss sich die Emschergenossenschaft am Rand des Phoenixsee auf 150 qm Wein anzubauen. Die Lage ist nicht schlecht: ein Steilhang in Südlage mit einem See zu Füßen, der allzu eisige Temperaturen verhindert.

Der Weinanbau hat in Dortmund Hörde überraschenderweise Tradition. Bereits 1342 schenkte Hördes Stadtgründer Graf Konrad von der Mark der Antoniusbruderschaft einen Weinberg mit der Auflage dort auch Wein herzustellen. Das hörte dann irgendwann auf, aber seit zwei Jahren wird der Weinanbau im Rahmen dieses Experimentes – mit der Rebsorte Phoenix – wieder versucht.

Ich wäre wirklich neugierig, wie der Wein schmeckt. Die Trauben jedenfalls sehen gut aus.

Klappernde Störche im Elsass

Nach einem leider total verregneten Besuch in der Schweiz hatten wir auf der Rückreise durch den Elsass mehr Glück mit dem Wetter.
Als Schüler war ich schon einmal durch eine Klassen fahrt in der Gegend. Aber ich musste feststellen, dass ich damals noch keinen rechten Sinn für die Schönheit der Landschaft und der Städte hat. Umso interessanter und schöner war jetzt diese Wiederentdeckung.

Erste Station war Molsheim, die Stadt in der früher und auch heute wieder Autos der Edelmarke Bugatti gebaut werden. Für den Luxus in etwas mehr als 15 Sekunden auf Tempo 300 beschleunigt zu werden,darf man dann aber auch siebenstellige Summen anlegen.
Franzosen – jedenfalls in Molsheim – haben übrigens genau wie die Deutschen eine Schwäche für ausgiebige Autocorsos, wenn sie ein Spiel der Fußball-WM gewinnen.

Als Tagesausflug ging es dann per Zug nach Straßburg, wo wir vor allem die gut erhaltene historische Altstadt Grande Île erkundeten. Es gibt jede Menge Fachwerk und Unmengen von Gauben in den Dächern in den engen, weitestgehend autofreien Gassen der Altstadt zu sehen. Aber ein einzelner Tag reicht gerade aus, um sich einmal alles von außen anzusehen. Die Innenerkundungen müssen auf das nächste Mal warten.

Auf der Heimfahrt machten wir dann noch einmal einen Stopp in Haguenau. Dort klapperten dann auch die Störche. Ich weiß nicht, wann ich das letzte mal Störche gesehen hatte, aber auf dieser kleinen Reise war es nach dem Zoo in Zürich schon das zweite Mal. Und noch bevor wir sie sahen, hörten wir ihr Geklapper.

Kuckucksuhrenorchester

Wir haben nach gut elf Jahren mal wieder Lüdinghausen besucht. Wenn man dort ist, muss man natürlich auch die paar Schritte zur Burg Vischering machen. Diesmal begrüßte uns dort im Burghof ein vielstimmiges Konzert: das Kuckucksuhrenorchester.

Fünf Kuckucksuhren hängen dort und geben allerlei Musikstücke zum Besten. Jeder Kuckuck kann zwei Töne und kommt zu seinem Einsatz aus seinem Türchen geschossen. Je komplexer das Musikstück – es wird hauptsächlich Klassik gegeben – umso aufgeregter geht es zu Sache. Dazwischen ein kurze schweigende Ruhe, die von diversen Geräuschen unterbrochen wird.

Eine Hinweistafel informiert, dass der Komponist, Klangkünstler und Objektebauer Erwin Stache dieses seltsame Orchester erdacht und gebaut hat. Und dass bei diesem Stück Kunst auch mal gelacht werden darf.

Noch bis zum 3.8. kann man sich dieses Ensemble ansehen und anhören. Letzteres auch noch ein gutes Stück von der Burg entfernt. Denn noch am Ufer der Steve hört man das Kuckucksorchester, obwohl die Burg schon längst hinter Bäumen verschwunden ist.